A Monthly Digital Diary
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Brief aus Berlin

 
Herzlich Willkommen zum Brief aus Berlin!

Dieser Brief aus Berlin beginnt mit unserer aktuellen Ausstellung L'Invitation au voyage. Im Mittelpunkt steht dabei der Gedanke des Reisens, der eines der verbindenden Themen der Ausstellung ist.

Im Zuge der Ausstellungseröffnungen und -wiedereröffnungen stellen wir eine Reihe von Projekten vor. Zwei Künstlerinnen, die in unserer Galerieausstellung vertreten sind, haben Präsentationen an anderen Orten: Isa Melsheimer in der Berlinischen Galerie und Sarah Buckner im Westfälischen Kunstverein. Eine Arbeit von Sarah Buckner wird auch auf der Galerieplattform_DE präsentiert.

In Venedig wurde gerade 2038 The New Serenity im Deutschen Pavillon im Rahmen der 17. Architekturbiennale eröffnet. Eine großformatige Vinylarbeit von Liam Gillick im Kölner Sankt Peter wird im Rahmen unserer Reihe All Access von der Kuratorin vorgestellt.

Im Schlossgut Schwante, 45 Minuten außerhalb von Berlin, wird eine Skulptur von Angela Bulloch zu sehen sein. In Brüssel hat Gabriel Kuri eine Präsentation in der Buchhandlung Saint Martin. Der Berliner Schinkel Pavillon hat Sun Rise | Sun Set, eine beeindruckende Ausstellung zur ökologischen Krise mit Arbeiten von Pierre Huyghe wiedereröffnet.

Am 11. Juni findet der erste Teil der 30 Years KW Auction in Kooperation mit Grisebach statt mit Werken von Ceal Floyer und Tino Sehgal.

Den Abschluss bildet ein Überblick über aktuelle Spotlight-Präsentationen, Publikationen - darunter der in Kürze erscheinende Ausstellungskatalog zu L'Invitation au voyage - und die Instagram-Übernahme des Accounts der Hamburger Kunsthalle durch Simon Fujiwara.

Wir wünschen Ihnen viel Vergnügen mit unserem Brief aus Berlin!
 

L'Invitation au voyage

L’Invitation au voyage beginnt mit der Beschwörung der Musik, um auf die beruhigenden und verstörenden Eindrücke einzustimmen, die Träume hervorrufen können.
Ausstellungsansicht: L'Invitation au voyage, Esther Schipper, Berlin, 2021. Photo © Andrea Rossetti
L’Invitation au voyage zeigt historische und zeitgenössische Werke, die von Vorstellungen von Traum und Fantasie inspiriert und beeinflusst wurden und diese erweitern. Sie erstreckt sich über mehrere Generationen und künstlerische Ansätze. Beginnend mit der bahnbrechenden Avantgarde Künstlerin Hannah Höch und etablierten Figuren wie Paula Rego, Almut Heise, Leiko Ikemura und Yeesookyung, setzt sich die Ausstellung mit Werken von Sarah Buckner, Cui Jie, Cordula Ditz, Tala Madani, Isa Melsheimer, Sojourner Truth Parsons, Shahzia Sikander und Tsai Yi-Ting in jüngere Generationen fort.
Die monumentale Caritas (1993) greift das Motiv der römischen Nächstenliebe auf und zeigt emotionale Szenen von Eltern und ihren Kindern in einer fantastischen Waldlandschaft, während Olga (2003) auf seelische Verstörung und Trauma anspielt, aber sowohl Zärtlichkeit als auch eine gewisse Bedrohlichkeit vermittelt.
Ausstellungsansicht: L'Invitation au voyage, Esther Schipper, Berlin, 2021. Photo © Andrea Rossetti
Die Idee für eine Ausstellung über das Geschichtenerzählen und die Rolle des Traums und der Fantasie in der Malerei ging dem Jahr 2020 voraus, und doch haben die Realitäten dieses Jahres das, was zu L'Invitation au voyage geworden ist, maßgeblich geprägt.

L'Invitation au voyage ist der Titel eines Gedichts aus Charles Baudelaires Gedichtband Les Fleurs du Mal, in dem der Autor seine Geliebte einlädt, mit ihm in der Fantasie zu reisen, und eine Parallele zwischen der flämischen Malerei, der Landschaft der Niederlande und dem Körper seiner Geliebten andeutet. Die berühmten Schlusszeilen gaben Henri Matisse 1904 den Titel für sein Gemälde: Là, tout n'est qu'ordre et beauté / luxe, calme et volupté. (Dort, alles ist Ordnung und Schönheit / Luxus, Ruhe und Genuss.)
Als sich der Titel als konzeptionelles Grundgerüst der Ausstellung herauskristallisierte, stellte er eine Instanz der literarischen Befreiung dar, der Möglichkeit in der eigenen Fantasie in ein fernes Land zu reisen. Es war der Sommer 2020 und das Reisen im realen Leben war heikel geworden. Die Leichtigkeit, ja Sorglosigkeit, mit der wir diese Freiheit für selbstverständlich hielten, war in Frage gestellt. In der Folge wurde das Konzept der Ausstellung einerseits erweitert, um auch die Geschichte solcher imaginären Reisen genauer zu betrachten, und andererseits eingegrenzt, als es klar wurde, dass sich L'Invitation au voyage ausschließlich auf die Malerei konzentrieren würde.
Hannah Höch, die eine leidenschaftliche Reisende war, ist mit selten ausgestellten Aquarellen vertreten, die auf Touren in den Vorkriegsjahren entstanden, einem großen Gemälde, Aus dem blühenden Tal (1937), und einer späteren Collage, Garten (1948). Während des Zweiten Weltkriegs reiste sie "in ihrem Garten", wie Höch es ausdrückte.
Ausstellungsansicht: L'Invitation au voyage, Esther Schipper, Berlin, 2021. Photo © Andrea Rossetti © VG Bild-Kunst, Bonn, 2021.
Im Jahr 2020, nach dem Ausbruch der globalen Pandemie, wurden Isolation und Enge in einem Ausmaß erlebt, wie es in der neueren Vergangenheit nie dagewesen war. Traum und Fantasie erhielten scheinbar eine neue Bedeutung als Formen der Befreiung von den Belastungen der anhaltenden Ungewissheit des Alltagslebens. Bis zu einem gewissen Grad, so hatte es den Anschein, waren Träume in den letzten Jahren in den Bereich der Albträume verbannt worden, aber was war mit den Traumwelten, die als Befreiung von den Regeln des Gesetzes oder von Zeit und Raum erlebt werden konnten? Was war mit den befreienden Effekten, die zum Beispiel die Arbeit der surrealistischen Künstler, insbesondere der Frauen, charakterisiert hatten, die in ihrem Werk die Konventionen zu sprengen versucht hatten, die ihre Existenz als Mädchen, Frau, unabhängige Bürgerin oder Künstlerin einschränkten?
Hannah Höch, Garten, 1948, Collage, 23 x 22,5 cm (ungerahmt), 42,9 x 36 x 1,5 cm (gerahmt) Photo © Andrea Rossetti © VG Bild-Kunst, Bonn, 2021.
L'Invitation au voyage bringt Künstlerinnen zusammen, deren Arbeiten eine starke emotionale Resonanz haben und das eigentümliche Gefühl eines traumähnlichen Zustands oder einer Fantasie vermitteln. Dabei überschreitet die Auswahl bewusst die Darstellung einer vom Surrealismus inspirierten Ikonografie, eines Stils oder sogar eine ausschließliche Beschäftigung mit Träumen.

Vielmehr rückt die Rolle des Reisens die Beziehungen zwischen realen und imaginären Reisen in den Fokus, zwischen der Suche nach Abenteuern in fernen Ländern oder innerhalb der alltäglichen Existenz.

Mit Künstlerinnen, die in einem breiten Spektrum historischer und zeitgenössischer Praktiken arbeiten, die die Verhandlung historischer und kultureller Identitäten, ebenso wie konzeptuelle und diskursive Ansätze, und Darstellungen, die die Rolle von Geschlecht, Körper, realen Ereignissen und dystopischen Visionen thematisieren, geht es in L'Invitation au voyage im Wesentlichen um das Erzählen. Traum und Fantasie bezeichnen dabei nicht nur imaginäre Orte, die darauf warten, entdeckt zu werden, sondern der Prozess des Erzählens selbst wird zum Ziel des Subjekts und nimmt uns in seinen Bann.

—Isabelle Moffat
Ikemuras drei Arbeiten, Genesis, Tokaido, und Tokaido, die Figuren und Landschaft miteinander verbinden, beziehen sich indirekt auf Hiroshiges Serie von Holzschnitten, die die Reise entlang der Japanischen Tokaido-Straße zum Thema haben.
Ausstellungsansicht: L'Invitation au voyage, Esther Schipper, Berlin, 2021. Photo © Andrea Rossetti © VG Bild-Kunst, Bonn, 2021.
Der Text ist ein Auszug aus einem einführenden Essay im demnächst erscheinenden Ausstellungskatalog, der ab dem 4. Juni 2021 erhältlich ist.

Die reich bebilderte Publikation enthält sowohl eigens in Auftrag gegebene als auch bestehende Texte zu den Künstlerinnen der Ausstellung von Gayatri Gopinath, Karoline Hille, Matthew Hyland, Marco Livingstone, Isabelle Moffat, Tobias Peper, Andy St. Louis, Wenny Teo, Marie-Catherine Vogt, Wim Wenders und Chung Wei-Tzu.

Informationen zur Vorbestellung des Ausstellungskatalogs finden Sie nachfolgend.
Watch now - L'Invitation au voyage, Esther Schipper, Berlin, 2021
Video © MONA Productions
 

Isa Melsheimer, Berlinische Galerie

Ausstellungsansicht: Anything Goes? Berliner Architekturen der 1980er Jahre, Berlinische Galerie, 2021.
Photo © Roman März ⁠⁠
Anything Goes? Berliner Architekturen der 1980er Jahre
mit Isa Melsheimer
Berlinische Galerie, Berlin
bis 16. August 2021
www.berlinischegalerie.de

Die Berlinische Galerie wurde am 21. Mai 20201 wiedereröffnet.

Im Zentrum dieser umfassenden Ausstellung über realisierte und nicht realisierte städtebauliche Projekte in Berlin hat Isa Melsheimer eine groß angelegte Präsentation von Skulpturen, Gouachen und textilen Arbeiten installiert. Anything Goes? Berliner Architekturen der 1980er Jahre ist noch bis zum 16. August 2021 zu sehen.

Bitte informieren Sie sich auf der Website der Institution über die aktuellen Besuchsbedingungen.

 

Sarah Buckner, Westfälischer Kunstverein, Münster

Ausstellungsansicht: Sarah Buckner, Head Over Heals, ⁠Westfälischer Kunstverein, 2021
Photo © Michael Trier
Sarah Buckner
Head Over Heals
⁠Westfälischer Kunstverein, Münster
bis 1. Juni 2021
www.westfaelischer-kunstverein.de

Noch bis zum 1. Juni 2021 ist die Einzelpräsentation von Sarah Buckner im Westfälischen Kunstverein zu sehen. Buckner, die derzeit in unserer Gruppenausstellung L'Invitation au voyage ausstellt, ist eine der ersten Stipendiatinnen des 2020 gestarteten Nachwuchsförderprogramms NRW+, das in der Kunsthalle Münster seinen Sitz hat.

'Epilog' ist eine Reihe von vier Ausstellungen der Residenz-NRW+-Stipendiatinnen und Stipendiaten, die im gemeinsamen Projektraum des Westfälischen Kunstvereins und des LWL-Museums für Kunst und Kultur gezeigt werden. Eintritt frei, Dienstag-Sonntag 11-19 Uhr, nach Vereinbarung.

Bitte informieren Sie sich auf der Website der Institution über die aktuellen Besuchsbedingungen.
 

Galerieplattform_DE - Online

Photos © Jens Ziehe, © Jenny Ekholm, © Lothar Schnepf
Galerieplattform_DE
Art Cologne Online Sales
Online
bis 4. Juni 2021
www.galerieplattform.de

Esther Schipper freut sich die Teilnahme an Galerieplattform_DE, einer Initiative der ART COLOGNE, anzukündigen.

Teil des Konzepts Galerieplattform_DE ist es in drei unterschiedlichen Kategorien, „Junge Kunst“, „Zeitgenössische Kunst“ und „Klassische Moderne & Nachkriegskunst“ individuelle KünstlerInnen mit einem Werk zu repräsentieren.

Die KünstlerInnen unser Präsentation sind Sarah Buckner /„Junge Kunst“, deren Werke derzeit im Westfälischen Kunstverein, Münster und in L’Invitation au voyage in der Galerie zu sehen sind; „Zeitgenössische Kunst“ wird durch Rosa Barba vertreten, dessen Ausstellung in der Neuen Nationalgalerie im August 2021 in Berlin eröffnet wird; der Rumänische Avantgardist Stefan Bertalan wird in der Kategorie „Klassische Moderne & Nachkriegskunst“ gezeigt.

Vom 28. Mai bis zum 04. Juni 2021 ist die Plattform für alle Interessenten geöffnet. Der Besuch ist kostenfrei und erfordert lediglich eine Registrierung.
 

2038 The New Serenity
17. Internationale Architekturausstellung – La Biennale di Venezia
Deutscher Pavillon, Giardini, Venedig

2038 – The New Serenity © Federico Torra for 2038
2038 The New Serenity
mit Christopher Roth
17. Internationale Architekturausstellung – La Biennale di Venezia
Deutscher Pavillon
Giardini, Venedig
bis 21. November 2021
www.2038.xyz
Virtual Pavilion

2038 The New Serenity, Christopher Roths Gemeinschaftsprojekt für den Deutschen Pavillon der 17. Internationalen Architekturausstellung - La Biennale di Venezia, lädt ein zu einer Geschichte zwischen Fakt und Fiktion. In einer Reihe von Filmen erzählt es die Geschichte einer besseren Welt, in der alles, wenngleich unvollkommen, auf ziemlich tiefgreifende und radikale Weise besser ist.

Basierend auf dem Wissen und den Visionen eines kollaborativen Teams von internationalen Experten aus den Bereichen Architektur, Kunst, Ökologie, Wirtschaft, Philosophie, Politik, Wissenschaft und Technologie, versucht das Team 2038 unsere zukünftige Gesellschaft durch eine präfigurative Politik zu erforschen und zeigt Organisationsformen sowie soziale Beziehungen der Zukunft auf.
2038 ist ein internationales Team von Architekten, Künstlern, Ökologen, Ökonomen, Wissenschaftlern, Politikern und Schriftstellern, darunter Deane Simpson, Diana Alvarez-Marin, E. Glen Weyl, Erik Bordeleau, Evgeny Morozov, Joanna Pope, Keller Easterling, Leo Altaras, Ludger Hovestadt, Ludwig Engel, Mara Balestrini, Mark Wigley, Meghan Rolvien, Mitchell Joachim, Mohamed Bourouissa, Oana Bogdan, Omoju Miller, Patrik Schumacher, Sandra Bartoli, Sonja Junkers, Suhail Malik, Vanessa Yeboha, Vint Cerf. Initiiert im Jahr 2019 wollen sie eine (Hi)Story erzählen, die wir heute Zukunft nennen. Eine vollständige Liste der Mitwirkenden finden Sie unterwww.2038.xyz.
2038 – THE NEW SERENITY, Deutscher Pavillon, 17. Internationale Architekturausstellung – La Biennale di Venezia © 2038
Um "die Blase platzen zu lassen" und den Diskurs für ein Publikum jenseits der Architektur zu öffnen, stellt 2038 eine Reihe unterschiedlicher Formate vor und fördert die Zusammenarbeit über die Disziplinen hinweg. Das gemeinsame Ziel aller Formate ist es eine Plattform zu schaffen, um sich zu treffen, auszutauschen und die Zukunft zu verhandeln.

Mittelpunkt der virtuellen Formate ist der Cloud Pavilion. Er ermöglicht es, das Jahr 2038 spielerisch zu erkunden, Menschen aus aller Welt zu treffen und mit ihnen über die Zukunftsvisionen der Experten zu diskutieren. Der Pavillon ist auf der Open-Source-Plattform MOZ://A HUBS aufgebaut und ermöglicht ein frei zugängliches Erleben des Jahres 2038 für jeden von überall und zu jeder Zeit

Presse für den Deutschen Pavillon, 17. Internationale Architekturausstellung – La Biennale di Venezia

 

Liam Gillick, Sankt Peter, Köln

Ausstellungsansicht: Liam Gillick, Kinetic Energy of Rigid Bodies, Kunst-Station Sankt Peter, Köln, 2021
Photo © Christopher Clem Franken
Liam Gillick
Kinetic Energy of Rigid Bodies
Kunst-Station Sankt Peter, Köln
bis 6. Juni 2021
www.sankt-peter-koeln.de

In seiner großformatigen Wandgrafik Kinetic Energy of Rigid Bodies für die Kunst-Station Sankt Peter Köln bringt Liam Gillick abstraktes Denken und figurative Darstellung, Schmerz und Rationalität zusammen.

In den letzten zwanzig Jahren hat der britische Künstler, der sowohl für seine Skulpturen als auch seine kritisch-reflexiven, „entmaterialisierten“ Arbeitsweisen als Autor und Kritiker bekannt ist, ein umfangreiches Archiv aus mittelalterlichen Drucken angelegt, die er als groß aufgezogenen Vinylgrafiken um Kommentare zu Konsum und Produktionsbedingungen ergänzt.
In der Kunst-Station Sankt Peter zeigt Gillick das aus medizinisch-chirurgischen Handschriften und Drucken des Spätmittelalters bekannte Motiv des Wundenmanns. An genau jener Stelle, an der sonst Peter Paul Rubens’ Kreuzigung Petri den qualvollsten Moment des Märtyrertods zeigt, sinniert Gillicks Wundenmann mit stoischer Miene anhand einer Formel der klassischen Mechanik über die kinetische Energie von starren Körpern (kinetic energy of rigid bodies). An seinem nackten Körper zeigt der Dargestellte seine durch zahlreiche Messer, Speere und andere Werkzeuge und Waffen erzeugten grausigen Verletzungen, wenngleich sein Gesicht von einem merkwürdigen Ausdruck der Gleichgültigkeit geprägt ist. „Mir gefällt die Verquickung von ekstatischem Leiden und praktischem Nutzen. Jene seltsame lange Periode der Menschheitsgeschichte, in der Kirche und Wissenschaft versuchten, einander entgegenzukommen“, so Liam Gillick.

Kinetic Energy of Rigid Bodies ist ein Spiel mit den Gegensätzlichkeiten von Darstellungsweisen, Erwartungen und Denkmustern in Wissenschaft, Religion und Kunst. Gillicks Beitrag ist die dritte Position der Ausstellungsreihe „Replace Rubens”, in der Künstler*innen wie Gerhard Richter und Walid Raad während der Restaurierungsphase die südliche Ostwand neu bespielen, an der normalerweise Peter Paul Rubens’ Kreuzigung Petri (1638–1640) hängt.
 

Liam Gillick

im Gespräch mit Prof. Lilian Haberer
June 4, 7:30pm CET


Join via Zoom
Meeting-ID: 876 3057 7541
Access code: 84pXXJ

Im digital stattfindenden Gespräch werden Liam Gillick und Lilian Haberer, Professorin für Kunstwissenschaft mit erweitertem Materialbegriff an der Kunsthochschule für Medien Köln, sein Werk im Kontext von Architektur, Repräsentationsformen und mittelalterlichen Illustrationen diskutieren.

Das Gespräch findet auf Englisch via Zoom statt und bietet im Anschluss eine Möglichkeit zum Q&A.

Photo © Liam Gillick
 

Kuratorin Anne Mager über Liam Gillick in Sankt Peter

All Access ist eine Reihe von Online-Besuchen von Ausstellungen, die derzeit nur eingeschränkt öffentlich zugänglich sind. Die Serie führt uns in diese Räume in Begleitung der KünstlerInnen und KuratorInnen.
Ausstellungsansicht: Liam Gillick, Kinetic Energy of Rigid Bodies, Kunst-Station Sankt Peter, Köln, 2021
Photo © Christopher Clem Franken, Video © Bozica Babic
 
 

Angela Bulloch, Schlossgut Schwante, Oberkrämer

Skulpturenpark Schwante
mit Angela Bulloch
Schlossgut Schwante, Oberkrämer, Brandenburg
Ab 4. Juni 2021
www.schlossgut-schwante.de

Am 4. Juni wird das Schlossgut Schwante wieder für Besucher geöffnet. Der naturnahe Park mit seinen vielen unterschiedlichen Bereichen und Vegetationen, ermöglichtin Kombination mit der repräsentativen Fassade des Schlosses, immer wieder neue Perspektiven. Er liegt nur 25 km außerhalb von Berlin und 45 Minuten von Berlin-Mitte entfernt. Der Skulpturenpark wurde 2020 eröffnet.

Bitte informieren Sie sich auf der Website der Institution über die aktuellen Besuchsbedingungen.
 

Gabriel Kuri, Saint Martin Bookstore, Brüssel

© Gabriel Kuri
Gabriel Kuri
Offering
Saint Martin Bookshop, Brüssel
3. Juni – 8. Juli 2021
www.saint-martin-bookshop.com

Gabriel Kuri's Offering ist eine mehrteilige Skulptur, die von der Saint-Martin-Buchhandlung in Auftrag gegeben wurde. Sie wird aus einer Reihe von skulpturalen Requisiten bestehen (einige gefunden, einige gekauft, einige vom Künstler hergestellt), die in einer mit maßgefertigtem Schaumstoff ausgekleideten Kiste eingebettet sind.

Jede Woche, über einen Zeitraum von einem Monat, werden zwei oder mehr dieser Elemente ihren Weg aus der Kiste heraus und auf die Schautische finden, die von der Straße aus durch die Schaufenster zu sehen sind. Diese Elemente werden vom Künstler verwendet, um eine nicht festgelegte Serie von Arbeiten zu erstellen, die sich leicht anfühlen und Gesten wie das Verkeilen, Balancieren oder Halten beinhalten.

Diese wöchentlichen Kunstwerke werden aus dem kontrastierenden Informationsgehalt der Elemente hervorgehen, oder aber aus der Konsonanz ihrer reimenden Formen resultieren. Diese Formen könnten als Verweise auf Systeme der Kodierung, der Buchhaltung, der Wertbestimmung und des Austausches gesehen werden — als Token des Glücks und der Sehnsüchte, die sich in Maßstab und Abnutzung verändern und nie weit von den Händen des Künstlers entfernt sind. Wie bei vielen Arbeiten von Kuri ist Offering eine skulpturale Übung, bei der materielle Qualitäten und semantische Implikationen aktiv in eine zirkuläre Aussage eingebunden werden.
 

Pierre Huyghe, Sun Rise | Sun Set, Schinkel Pavillon

Ausstellungsansicht: Sun Rise | Sun Set, Schinkel Pavillon, Berlin, 2021
Photo © Andrea Rossetti
Sun Rise | Sun Set
mit Pierre Huyghe
Schinkel Pavillon, Berlin
bis 25. Juli 2021
www.schinkelpavillon.de

Der Schinkel Pavillon hat wiedereröffnet.

Die generationsübergreifende Gruppenausstellung Sun Rise I Sun Set widmet sich dem Klimawandel als drängendstem Thema unserer Zeit. Die Ausstellung versammelt künstlerische Positionen der Gegenwart und der Moderne, die ein Weltverhältnis erlebbar machen, in dem Menschen, Tiere, Pflanzen, Technik und Ökonomie, unbelebte Dinge und Nicht-Wesen untrennbar miteinander verwoben sind.

In der Ausstellung sind zwei Arbeiten von Pierre Huyghe zu sehen. Das Video konzentriert sich auf den Raum, in dem Circadian Dilemma (Dia del Ojo) installiert ist. Das Werk Circadian Dilemma (Dia del Ojo) gehört zu einer Serie von Aquarienarbeiten, in denen der Künstler zyklisch ausgerichtete Unterwasserszenarien entwirft. Die Landschaft des Aquariums ist einer mexikanischen Grotte nachempfunden und wird neben mikroskopisch kleinen Bakterien und Algen von sechs Fischen der Art Astyanax mexicanus bevölkert. Bei diesen kleinen Salmlern handelt es sich um einen sehenden und fünf blinde Höhlenfische.

Circadian Dilemma (Dia del Ojo) bildet eine eigenständige Biosphäre, die autark auf die jeweiligen klimatischen Bedingungen ihres Umraums reagiert. Die Transparenz der verdunkelbaren Glasscheiben wird über ein Geolokalisierungsprogramm gesteuert. Die Lichtverhältnisse im Innern des Aquariums werden dabei entsprechend der Wetter- und Umgebungsdaten vor Ort – gespeist aus Wind, Luftdruck oder Temperatur – angepasst.

Bitte informieren Sie sich auf der Website der Institution über die aktuellen Besuchsbedingungen.

SEHEN SIE UNSERE EXKLUSIVE TOUR MIT EINER DER KURATORINNEN HIER
Pierre Huyghe, Circadian Dilemma (El Día del Ojo), 2017, Aquarium, Astyanax mexicanus (mit und ohne sehenden Augen), Algen, Höhlenscan gegossen in Beton, schwarzes intelligentes Glas, geolokalisiertes Programm, 137.5 × 123 × 164.1 cm
© VG Bild-Kunst, Bonn, 2021. Photo © Rex Chu
 

Ceal Floyer, Tino Sehgal, KW Auction, 11. Juni 2021

<b>30 Years KW: Auction in cooperation with Grisebach</b><br>

30 Years KW: Auction in cooperation with Grisebach

Grisebach, Berlin
11. Juni 2021
www.kw-berlin.de

30 Jahre KUNST-WERKE BERLIN e. V. Jubiläumsauktion im Rahmen der Auktion Zeitgenössische Kunst bei Grisebach, mit Werken von Ceal Floyer und Tino Sehgal.

 

Spotlight

Spotlight ist eine Präsentation, die sich auf ein Kunstwerk oder eine Gruppe von Werken konzentriert.
<b>Hito Steyerl</b><br>

Hito Steyerl

SocialSim, 2020
Einzelkanal HD Video und live Computer Simulation
Dancing Mania Dauer: 18:19 Min (Einzelkanal)
Edition von 7

<b>Jac Leirner</b>

Jac Leirner

Blossom, 2017
22 Wasserwaagen
130 x 67 x 63 cm

<b>David Claerbout</b>

David Claerbout

Die reine Notwendigkeit/The Pure Necessity, 2016
Farbanimation
Dauer 50:00 Min
Edition von 7

<b>General Idea</b>

General Idea

S/HE, 1976
Silbergelatine-Abzüge, 10-teilig
je 78,7 x 61 cm (ungerahmt)
je 79,5 x 63 cm (gerahmt)
Edition von 2

 

The Reading Corner

<b>L’Invitation au voyage <br></b>mit Texten von Gayatri Gopinath, Karoline Hille, Matthew Hyland, Marco Livingstone, Isabelle Moffat, Tobias Peper, Andy St. Louis, Wenny Teo, Marie-Catherine Vogt, Wim Wenders, und Chung Wei-Tzu.<br>

L’Invitation au voyage
mit Texten von Gayatri Gopinath, Karoline Hille, Matthew Hyland, Marco Livingstone, Isabelle Moffat, Tobias Peper, Andy St. Louis, Wenny Teo, Marie-Catherine Vogt, Wim Wenders, und Chung Wei-Tzu.

2021
Verlag: Esther Schipper
Sprache: Englisch

Pre-order here

<b>2038. The New Serenity</b><br>

2038. The New Serenity


2021
Verlag: Sorry Press
Sprache: Englisch

Available here

<b>Liam Gillick</b><br>

Liam Gillick

Half a Complex
2019
Verlag: Hatje Cantz
Sprache: Englisch

Available here

<b>Simon Fujiwara</b><br>

Simon Fujiwara

Hope House
2019
Verlag: Kunsthaus Bregenz
Sprachen: Englisch, Deutsch

Available here

 

Simon Fujiwara, Instagram Takeover, Hamburger Kunsthalle

Originalwerk: Hans Arp, Star in a Dream (Astre en rêve), 1958, Hamburger Kunsthalle / bpk, © VG Bild-Kunst, Bonn, 2021, Photo © Christoph Irrgang
An den letzten vier Mittwochen hat Simon Fujiwara die Hamburger Kunsthalle mit Who the Baer, einer vom Künstler geschaffenen originellen Cartoon-Figur, übernommen.

Who is hungry for a new image?

As a cartoon character, Who the Bær can seemingly transform into other images and they are on a perpetual search for new images and identities to consume. Hints to the design of their bodily features may lie in the Sun Bear, an Asian bear with a disproportionately large, voracious and sensual tongue.

Who took over the Hamburger Kunsthalle museum and collection! Who is an original cartoon character without a clear identity, searching for a self in the world of images. Simon Fujiwara created Who the Baer in 2020. A large exhibition of works of Who the Bær are currently on view Fondazione Prada, Milan and soon at Kunstinstituut Melly, Rotterdam. Follow @whothebaer on Instagram for more.


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